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05.10.2021

Der Kostenfaktor Ladungsträger - das sollten Sie wissen

Sie haben keinen Überblick über die Außenstände Ihrer Ladungsträger, darüber wo sich Ihre Container befinden, wer die Schäden an Ihren teuren Metall-Transportboxen verursacht hat oder welcher Ihrer Kunden ein geheimes „Funddepot“ zu Ihren Europaletten führt? In diesem Blogartikel beleuchten wir, warum Ladungsträger (LT) zunehmend an Bedeutung gewinnen und warum Sie sicherstellen sollten, dass Sie diese nicht aus den Augen verlieren.

Allgemein haben wir uns innerhalb unserer Sprachwelt für die Begrifflichkeit des Ladungsträgers, übersetzt Load Device (LD), entschieden. Aber was verstehen wir unter diesem Begriff und welchen Nutzen schafft die Einführung eines Load Device Managements für Ihr Unternehmen?

Was ist ein Ladungsträger?

Unter einem Ladungsträger versteht man innerhalb der Logistik ein tragendes Medium zur Zusammenstellung von Gütern zu einer Ladeeinheit, im SAP-Umfeld auch Handling Unit genannt. Sie werden innerhalb des Supply-Chain-Managements als Lagerungs- und Transportmittel verwendet. Ein simples, aber bekanntes Beispiel, stellt die Europalette dar.

Einzelne Produkte müssen ihren Weg zur richtigen Zeit, zum richtigen Ort und zur richtigen Qualität zum Endkunden finden. Um Transport-, Lagerhaltungskosten und administrative Aufwände zu reduzieren, werden unterschiedliche Auftragspositionen kommissioniert, auf einen Ladungsträger konsolidiert und anschließend entweder zwischengelagert oder direkt versendet. Sie unterstützen ergänzend bei der Transportsicherheit, können bei internen und externen Materialflüssen von Bedeutung sein und spielen ebenfalls im Marketing eine Rolle, denn: „Das Auge isst bekanntlich mit.“

Warum sollte ich meine Ladungsträger verwalten und steuern?

Der LT ist in der Vergangenheit oft aus diversen Aspekten vernachlässigt worden. Jedoch ist er jüngst immer mehr in den Fokus gerückt und ist unter anderem im Fraunhofer Institut, beim Verband der Automobilindustrie und bekannten Consultingunternehmen Gegenstand aktueller Betrachtung.

Weshalb? Mit der steigenden Menge, Vielfalt, Qualität und Individualität, insbesondere in der Automobilindustrie, haben sich die Kosten erhöht. Ein Beispiel sind die Fertigungskosten für LT. Container, maßangefertigte Kisten oder komplexe Transportgestelle erreichen Spitzenwertigkeiten von bis zu 2.000 €. Allein deshalb lohnt es sich, eine systemgestützte Verwaltung zumindest zu prüfen. Es gibt aber noch weitere Kosten, die ursächlich dafür sind, dass das Thema zunehmend in den Fokus rückt.

Welche Kosten entstehen neben der Erstbeschaffung?

Die zu reduzierenden Kostentreiber innerhalb des Load-Device-Kreislaufs setzen sich aus unterschiedlichen Aspekten zusammen, die ihren Ursprung innerhalb der Materialwirtschaft haben. Wir haben uns damit auseinandergesetzt und die folgenden Kostenquellen für Sie herausgearbeitet.

  • Zu hohe Bestände aufgrund der fehlenden Bestandstransparenz innerhalb des Netzwerks, das zu hohen Durchlaufzeiten bei Kunden führt. Daraus resultieren unnötige Kapitalbindungskosten.
  • Schwund diverser LT, der ohne Bestandsübersicht bei Ihnen und Ihren Kunden nicht nachvollzogen werden kann. Das führt bei Ihnen zum teuren Nachkauf von LT, um die Versorgung Ihrer Kunden weiterhin gewährleisten zu können.
  • Opportunitätskosten, die zurückzuführen sind auf die fehlende Berechnung von potentiellen Mietpauschalen. Könnte daraus ein Business-Case für Sie entstehen?
  • Qualitätskosten, da die Reinigung, Reparatur und Verschrottung von LT nicht verursachergerecht berechnet werden können. Manche Branchen, wie z.B. die Lebensmittel- oder Chemieindustrie sind gezwungen, die eben angeführten Prozesse auszuführen und zu protokollieren.
  • Fremdverschuldete Ersatzbeschaffungen aufgrund von Qualitätsdifferenzen zwischen versendeten und zurückerhaltenen LT.
  • Zusätzliche Transportkostenoder im Worst Case - Produktionsstillstände, da Materialien und Fertigerzeugnisse aufgrund fehlender LT nicht ausgeliefert werden können.

Aufgrund der häufig in der Praxis fehlenden wirtschaftlichen Lagerkennzahlen, ist es für produzierende Unternehmen, Verlader oder auch Logistikdienstleister kaum möglich, die eben genannten Kostenquellen zu identifizieren. Diese Kosten binden zur Verfügung stehendes Kapital und behindern damit Investitionsmöglichkeiten für die Entwicklung Ihres Unternehmens. Schließlich haben Kosten immer eine Auswirkung auf das Unternehmensergebnis und bestimmen den Erfolg oder Misserfolg vorgenommener Ziele.

Wie kann Software in der Cloud dabei helfen, diese Kosten zu reduzieren?

Eine Cloudumgebung kann alleine stehen, oder bestehende Prozess unterstützen. Es hat sich herausgestellt, dass der größte Mehrwert einer Cloudumgebung in der Möglichkeit der kollaborativen Zusammenarbeit besteht. Die größte Herausforderung liegt schließlich in der Datenerfassung von z.B. Mengen und deren Qualitätsabstufungen bei Tauschvorgängen. Bei Verwendung eines webbasierten Portals ist es den beteiligten Parteien möglich, die jeweiligen Transaktionen und Bestände einzusehen und eventuelle Abweichungen leicht und unkompliziert zu klären. Zusätzlich kann das Portal von Fahrern oder Logistikdienstleistern über eine App genutzt werden, um Bilder oder Beschädigungen digital festzuhalten.

Eine heute noch nicht vollständig beantwortete Frage liegt in der Notwendigkeit einer lückenlosen Erfassung aller kontoverändernden Transaktionen, insbesondere bei mehrstufigen Lieferketten an denen verschiedene Akteure beteiligt sind. Nehmen wir an dieser Stelle an, dass für einen Transport von einem Produzenten bis hin zu seinem Kunden insgesamt vier Transportdienstleister beteiligt sind. Mit zunehmender Anzahl der Akteure wird es immer schwieriger, die Konten der einzelnen Parteien korrekt zu be- und entlasten. In der Praxis erfordert dies einen enormen organisatorischen Aufwand, der dem Ziel der Kostenreduzierung entgegensteht. Mit Hilfe von Kundenbefragungen sind wir zu einer Sichtweise gekommen, welche die Problematik relativiert. Die Sichtweise stützt sich auf das Paretoprinzip, gemäß dessen es in vielen Fällen ausreicht, wenn die Start- und Endlokation bekannt sind und somit lediglich der bzw. die Verursacher die entstandenen Kosten tragen.

Ladungsträgermanagement auch ökologisch wertvoll

Durch die Etablierung immer neuer Kreislaufsysteme, zum Beispiel im Bereich der Automobilzulieferer, Chemie oder Lebensmittel, ist ein Ladungsträgermanagementsystem nicht nur ökonomisch wertvoll, sondern auch nachhaltig für unsere Umwelt. Die Möglichkeit der Planung optimaler Bestandsmengen und die Reduzierung von Schwund durch eine übergreifende Bestandstransparenz verringert den Widerbeschaffungsbedarf und unterstützt den Ansatz einer effizienten Ressourcennutzung. Grundlage einer entsprechenden Planung ist u.a. die Transparenz auf Transaktionen, die Verweildauer sowie Umschlaghäufigkeiten von Mehrwegtransportmitteln im Kreislauf.

Auch im Hinblick auf die Umsetzung der Ziele von „Industrie 4.0“, alle Prozesse der gesamten Supply-Chain digital zu vernetzen, sehen wir den Ladungsträger als ein zentrales Element. LT sind häufig die übergeordnete Einheit für interne oder externe Materialbewegungen und übernehmen hierdurch zunehmend eine tragende Rolle in vernetzten Informations- und Datenflüssen. Die Verwaltung der Ladungsträger über eine Plattform, in geschlossenen Kreisläufen, auf die alle am Prozess beteiligten Akteure Zugriff haben, erlaubt die übergreifende Bereitstellung von Statusinformationen aus dem Prozess - in Echtzeit. Damit ist sichergestellt, dass neben der Kenntnis über aktuelle Kontobestände Produkte ihren Weg zur richtigen Zeit, zum richtigen Ort und zur richtigen Qualität zum Endkunden finden.

Wir bei Körber verfügen innerhalb der K.Motion Logistic Suite und mit unserer SAP Kompetenz über unterschiedliche Konzepte und Lösungen, um Sie in Hinblick auf eine moderne Verwaltung von Ladungsträgern nach heutigen Methoden und Ansätzen unterstützen und beraten zu können.

Haben Sie das Potential für ihr Unternehmen entdeckt? Wir freuen uns über Ihren Kontakt.

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